
Crop Steering mit Plagron.
Bewässerung wird zum Steuerinstrument.
Bei klassischer Bewässerung lautet die Frage oft nur: Wie viel Wasser braucht die Pflanze? Beim Crop Steering kommen weitere Fragen hinzu: Wann beginnt die Bewässerung? Wie groß ist ein Shot? Wie weit darf das Substrat zwischen den Ereignissen abtrocknen? Wie viel Drain entsteht? Und wie verändert sich dadurch der EC direkt in der Wurzelzone? In diesem Guide übertragen wir die bekannte P0–P3-Logik der Precision Irrigation auf das Plagron 100% COCO Sortiment – ohne Plagron-Dosierungen mit fremden EC-Zielen zu vermischen.
Nicht mehr Dünger.
Mehr Kontrolle über die Wurzelzone.
Crop Steering beschreibt die gezielte Steuerung der Pflanzenreaktion über Bewässerungsrhythmus, Wassergehalt des Substrats, Dryback, Drain und Wurzelzonen-EC. Der Nährstoffmix bleibt dabei möglichst stabil. Gesteuert wird vor allem über Zeitpunkt, Frequenz und Volumen der Bewässerung.
Wie viel Wasser sich zu einem bestimmten Zeitpunkt im Substrat befindet. Sensoren geben ihn häufig als Volumetric Water Content aus.
Der Rückgang des Wassergehalts zwischen zwei definierten Zeitpunkten. Er beschreibt die Trockenphase – nicht einfach nur „wie trocken der Topf wirkt“.
Beim Austrocknen sinkt der Wasseranteil, während gelöste Salze konzentrierter werden können. Substrat-EC kann dadurch deutlich über dem Input-EC liegen.
Drain entfernt einen Teil der gelösten Salze aus der Wurzelzone. Mehr Leaching tendiert daher dazu, den Substrat-EC näher an den Input-EC zu bringen.
Wir übernehmen von Athena die Bewässerungslogik P0–P3, nicht deren Nährstoff-EC. Die Nährlösung bleibt Plagron: Cocos A & B und die dazu passenden Plagron-Produkte. Plagron selbst veröffentlicht keine P0–P3-Crop-Steering-Tabelle. Die hier gezeigten Steering-Bereiche sind daher CannaCrew-Startpunkte zur Inbetriebnahme und müssen anhand von Sensorik, Genetik, Topfgröße und Klima angepasst werden.
P0 → P1 → P2 → P3
Die vier Phasen trennen einen Bewässerungstag nach seiner Funktion. Das macht aus „Timer an / Timer aus“ eine messbare Strategie.
Nach Lichtstart transpirieren die Pflanzen, aber es wird noch nicht sofort bewässert. VWC fällt weiter und die Wurzelzone wird aktiviert.
Mehrere kleine Shots bringen das Medium kontrolliert Richtung wiederholbarem Peak-VWC und bis zum gewünschten ersten Drain.
Erhaltungsshots halten das Medium in einem definierten Fenster. Frequenz und Drain bestimmen stark, ob EC eher gestapelt oder ausgewaschen wird.
Nach dem letzten Shot trocknet das Medium bis zum nächsten P1. Dieser Dryback ist einer der stärksten Steering-Hebel.
Drei Rechnungen, die jeder Crop-Steering-Grower kennen sollte.
Viele Missverständnisse entstehen, weil „2-%-Shot“, „20-%-Dryback“ und „10-%-Drain“ völlig unterschiedliche Bezugsgrößen haben.
1. Shot-Volumen
Shot [ml] = Substratvolumen [ml] × Shot-%Beispiel 5-Liter-Topf: 1 % = 50 ml, 2 % = 100 ml, 3 % = 150 ml. Das ist ein Startwert. Danach wird anhand von VWC und Drain kalibriert.
2. Dryback
absolut = VWCpeak − VWCmin
relativ = (VWCpeak − VWCmin) / VWCpeak × 100Beispiel: 60 % → 45 % VWC sind 15 Prozentpunkte, aber 25 % relativer Dryback. Deshalb muss jedes Team definieren, welche Methode es verwendet.
3. Drain-Anteil
Drain-% = Drainvolumen / zugeführtes Volumen × 100Drain ist kein Selbstzweck. Er ist ein Werkzeug zum EC-Management. Zu wenig kann Salz akkumulieren lassen; zu viel kann Nährlösung verschwenden und den Root-Zone-EC unnötig stark drücken.
Zwei 5-Liter-Töpfe mit Cocos Premium und Cocos Perlite 70/30 besitzen nicht dieselbe Wasserhaltekurve. Deshalb sind Shot-Prozente nur eine Sprache für die Startkalibrierung. Sensor, Drain und echte Sättigung entscheiden.
Der gleiche Dünger.
Eine andere Bewässerungsstrategie.
In der Crop-Steering-Praxis wird eine feuchtere, stärker gespülte Wurzelzone als vegetativeres Signal genutzt; größere Drybacks und stärkerer EC-Aufbau als generativeres Signal. Das ist kein Ein/Aus-Schalter. Es ist ein Kontinuum – und die Reaktion hängt von Genetik, Klima und Entwicklungsphase ab.
Weniger Wasserstress
Mehr beziehungsweise frühere P2-Ereignisse, kleinere Drybacks und mehr Leaching halten die Wurzelzone feuchter und den Substrat-EC näher am Input.
- typisch in etablierter Vegetation
- typisch in der Bulk-/Swell-Phase
- geeignet, um erhöhten Root-Zone-EC wieder Richtung Input zu bewegen
Kontrolliert mehr Stress
Späterer Tagesstart, weniger P2-Ereignisse, größerer P3-Dryback und weniger Drain können Substrat-EC stärker ansteigen lassen und werden in der Praxis häufig während Stretch/Blütenansatz eingesetzt.
- typisch in frühem Stretch / Blütenansatz
- nicht bis zum Welken treiben
- Root-Zone-EC muss gemessen oder zumindest über Draintrend kontrolliert werden
Gerade mit Cocos A & B ist der interessante Hebel, die Plagron-Nährlösung konstant nach Zuchtschema zu fahren und den Root-Zone-EC über P1, P2, P3 und Drain zu beeinflussen. So lassen sich Bewässerungs- und Nährstoffstrategie voneinander trennen.
Crop Steering braucht ein berechenbares Medium.
Je schneller und reproduzierbarer ein Substrat Wasser aufnimmt und wieder abgibt, desto direkter reagiert die Wurzelzone auf einzelne Irrigationsereignisse. Genau deshalb ist 100% COCO für diese Art der Präzisionsbewässerung besonders interessant.
Hohe Wasserhaltefähigkeit und gepuffertes Coco. Fehlerverzeihend, aber Drybacks verlaufen langsamer als bei stärker drainierenden Mischungen.
gut steuerbar70 % Coco + 30 % Perlit. Schnellere Drainage und mehr Sauerstoff – sehr passend für häufige kurze Shots und klare VWC-Reaktionen.
sehr gut für Crop Steering60 % Tongranulat + 40 % Coco. Noch schneller drainierend und sehr luftig. Benötigt entsprechend engere Bewässerungsüberwachung.
aggressiv steuerbarExtrem inert und drainierend. Sehr gut für Hydro, aber klassische VWC-Dryback-Logik ist je nach System anders als bei Coco und nicht 1:1 übertragbar.
anderes Steering-ModellPlagron beschreibt die Mischung ausdrücklich als luftiger und schneller drainierend als reines Coco und als geeignet für Töpfe und Rezirkulationssysteme. Gleichzeitig bleibt genug Coco vorhanden, um Wasser und Nährstoffe zu puffern. Das schafft einen guten Mittelweg zwischen Reaktionsgeschwindigkeit und Fehlertoleranz.
100% COCO als stabile Basis.
Plagron Cocos A & B wird über Wachstum und Blüte gemeinsam eingesetzt. Plagron empfiehlt auf Coco Nährstoffe bei jeder Bewässerung und einen pH-Bereich von 5,5–6,5. Das offizielle 100% COCO Zuchtschema erhöht den Input-EC schrittweise von 1,5 auf 2,5 mS/cm.
| Plagron Woche | Entwicklungsphase | Input-EC laut Plagron* | Cocos A | Cocos B | Automationsfreundliche Zusätze | Crop-Steering-Fokus |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Wachstum | 1,5 | 15 ml / 10 L | 15 ml / 10 L | Hydro Roots | Wurzelraum aufbauen; nicht wie eine ausgewachsene Pflanze übergießen. |
| 2 | Wachstum | 1,7 | 20 ml / 10 L | 20 ml / 10 L | Hydro Roots | Vegetatives Steering; P2 erst mit wachsender Transpiration hochfahren. |
| 3 · Bloom 1 | Stretch / Transition | 1,9 | 25 ml / 10 L | 25 ml / 10 L | Hydro Roots Power Buds | Generativer: größerer Dryback, weniger Drain, EC kontrolliert stacken. |
| 4 · Bloom 2 | Stretch | 2,1 | 30 ml / 10 L | 30 ml / 10 L | Hydro Roots Power Buds | Generative Strategie fortführen, solange Pflanze und Root-Zone-EC passen. |
| 5 · Bloom 3 | Ende Stretch | 2,3 | 35 ml / 10 L | 35 ml / 10 L | Hydro Roots letzter Abschnitt Power Buds | Übergang vorbereiten: überhöhten Substrat-EC nicht in Bulk mitschleppen. |
| 6–10 · Bloom 4–8 | Bulk → Reife | 2,5 | 35 ml / 10 L | 35 ml / 10 L | Power Buds Green Sensation | Bulk zunächst vegetativer; spät eher hybrid. Root-Zone-EC über P2/Drain kontrollieren. |
| 11 | Ernte | nur Wasser | – | – | – | Plagron-Schema folgen; keinen extremen Dürrestress als „Finish-Trick“ erzwingen. |
*Die offiziellen Plagron-EC-Werte enthalten laut Zuchtschema einen Ausgangswasser-EC von 0,4 mS/cm. Plagron nennt außerdem einen maximalen Nährlösungs-EC unter 3,0 mS/cm. Alle Dosierungen sind Richtwerte und müssen an Pflanzenzustand und Wasser angepasst werden.
Ein Input von 2,3 mS/cm kann in einer generativ gefahrenen Wurzelzone deutlich höhere Pore-Water-EC-Werte erzeugen. Genau deshalb ist es falsch, Athanas Substrat-EC-Zielwerte einfach als Plagron-Misch-EC in den Tank zu übertragen.
Sechs Kulturphasen.
Eine durchgängige Logik.
Die folgenden Bereiche sind Startfenster für Cocos Perlite 70/30, keine offiziellen Plagron-Angaben. Sie sollen zeigen, wie P0–P3 funktional über den Zyklus verschoben werden können. Immer mit realer VWC-, EC- und Pflanzenreaktion abgleichen.
Steering: Wurzelaufbau.
P1: erst nach messbarem Dryback.
P2: meist noch nicht nötig.
P3: bewusst, aber niemals bis zum Welken.
Plagron: EC 1,5 + Hydro Roots.
Steering: vegetativ.
P1: 2–4 % Shots als Startbereich.
P2: bei ca. 3–5 VWC-Punkten Verlust prüfen.
P3: eher kleiner.
Plagron: EC 1,5–1,7.
Steering: generativer.
P0: tendenziell länger.
P2: weniger Ereignisse.
P3: größer, konservativ starten.
Plagron: EC 1,9–2,3 + Power Buds + Hydro Roots.
Steering: vegetativer.
P1: zuverlässig zum Peak.
P2: häufiger.
P3: wieder kleiner.
Plagron: EC 2,5 + Green Sensation + Power Buds.
Steering: hybrid.
Ziel: EC nicht unkontrolliert aufstapeln.
P2: nach Verbrauch.
P3: moderat verlängern möglich.
Plagron: EC 2,5 laut Schema.
Steering: Stabilität vor Stress.
Plagron: offizielles Schema: nur Wasser.
Wichtig: keine extreme Dürre erzwingen; starke Wasserdefizite können Photosynthese und Biomasse deutlich reduzieren.
Athena nutzt als Referenz häufig etwa 1–2 Stunden nach Lichtstart. Bei Plagron-Coco sollte der Start aber aus dem gemessenen morgendlichen Dryback abgeleitet werden. Kleine Pflanze = später oder seltener. Große transpirierende Canopy = früher.
2–4 % des nominalen Substratvolumens ist ein sinnvoller Inbetriebnahmebereich für Coco 70/30. Athena veröffentlicht allgemein 2–6 %. Entscheidend ist, wie viele Shots bis zum wiederholbaren Peak und zum ersten Drain nötig sind.
Athena verwendet als Referenz etwa 3–5 % Dryback zwischen P2-Feeds und Intervalle von grob 45–120 Minuten. In der Praxis sollte der VWC-Trend das Ereignis auslösen – nicht eine starre Uhrzeit.
Athena veröffentlicht etwa 15 % Dryback für vegetative/Bulk-Strategien und etwa 30 % für Stretch/Finish in bestimmten Systemen. Für Plagron Coco 70/30 empfehlen wir konservativer zu starten und erst nach Messdaten zu vergrößern.
Für ein neues Setup würden wir P3 zunächst etwa im Bereich 10–15 % relativer Dryback bei vegetativem Steering und 15–25 % relativ bei generativerem Steering einfahren. Erst wenn VWC-Sensor, Drain-EC, Pflanzenreaktion und Tagesverbrauch stabil sind, wird aggressiver gesteuert. Diese Werte sind bewusst keine Plagron-Herstellerwerte.
Crop Steering braucht eine saubere Nährlösung.
Je häufiger kleine Shots über Magnetventile, Filter und Tropfer gefahren werden, desto wichtiger werden Tankstabilität und Leitungshygiene. Deshalb ist für automatisiertes Crop Steering nicht jedes UNIVERSAL-Produkt gleich sinnvoll.
Plagron Auto-Coco Tank
Eine robuste Reihenfolge für einen mineralischen Fertigation-Tank:
Hydro Roots
Plagron hat Hydro Roots ausdrücklich als mineralische Alternative zu Power Roots für systematische beziehungsweise zirkulierende Bewässerung entwickelt. Bis nach der dritten Blütewoche einsetzen.
Power Buds
Ab Übergang in die Blüte bis zum Ende der Blüte. Plagron kennzeichnet Power Buds als „100% clear nutrient solution“ und damit als besonders geeignet für Bewässerungssysteme.
Green Sensation
Ab der vierten Blütewoche. Plagron führt Green Sensation auch in COCO- und HYDRO-Schemata.
Power Roots
Enthält organische Bestandteile. Plagron selbst empfiehlt Hydro Roots für systematische Bewässerung.
Sugar Royal
Organischer Ursprung. Auf Coco nutzbar, aber bei Bewässerungssystemen sollen die Leitungen nach Gebrauch gespült werden; nicht für DWC/NFT/Aero.
Pure Zym
Organischer Ursprung. Für Coco geeignet, aber Plagron empfiehlt bei Bewässerungssystemen das Spülen der Leitungen.
Plagron gibt für eine saubere Cocos-A-&-B-Nährlösung etwa 4 bis 10 Tage Lagerfähigkeit an – abhängig von Hygiene und Tankbedingungen. Organische Produkte sollen nicht in eine länger gelagerte Lösung gelangen; Plagron weist darauf hin, dass sie bereits nach etwa 48 Stunden biologisch problematisch werden können. pH täglich kontrollieren.
Ohne Messung ist Crop Steering nur ein Bewässerungsplan.
Ein Timer kann P1 und P2 abspielen. Crop Steering beginnt erst dann, wenn der Plan gegen echte Wurzelzonendaten zurückgekoppelt wird.
Jeden Tropfer über identische Zeit in Messgefäße laufen lassen. Abweichungen vor dem Steering beheben.
Topf vollständig und reproduzierbar bewässern, Drain abwarten und den stabilen Peak erfassen.
Shotgröße, Intervalle und Drain so einstellen, dass die VWC-Kurve reproduzierbar wird.
Input, Drain, Substrat-EC, Dryback und Pflanzenreaktion gemeinsam bewerten.
Wenn ein Tropfer 20 % mehr liefert als der nächste, bekommen die Pflanzen nicht dasselbe Steering – selbst wenn der Controller perfekt programmiert ist. Vor jeder Crop-Steering-Inbetriebnahme gehört deshalb ein Emitter-Uniformity-Test.
Aus Bewässerung werden Daten.
Jede Charge dokumentieren. Ohne stabilen Input ist Substrat-EC nicht interpretierbar.
P0-Länge und P3-Länge sind eigenständige Steering-Parameter.
Nicht nur Laufzeit speichern. Pumpendruck und Tropferleistung können sich verändern.
Damit wird der echte tägliche Dryback berechenbar.
Trend wichtiger als Einzelwert. Steigt der EC mehrere Tage trotz gleicher Nährlösung?
Drain gegen Gesamtzufuhr betrachten und mit Root-Zone-EC koppeln.
Bei höherer Transpiration verschiebt sich der Wasserbedarf selbst bei identischer Pflanzenmasse.
Internodien, Blattwinkel, Turgor, Stretch und Tagesverbrauch sind wichtige Rückmeldungen.
Verstopfung oder Druckdrift sieht in den Daten sonst fälschlich wie Pflanzenreaktion aus.
Was deine Kurven dir sagen können.
Ähnliche Peak- und Minimum-Werte über mehrere Tage bei gesunder Pflanze zeigen, dass Verbrauch und Bewässerung im Gleichgewicht sind.
Mögliche Ursachen: zu großer Dryback, zu wenig P2, zu wenig Leaching, steigender Input-EC oder sinkender Wasserverbrauch.
Nur Wassergehalt reicht nicht. Root-Zone-EC, Temperatur, Sauerstoff, pH und Wurzelgesundheit prüfen.
Kann auf starke Verdünnung / hohes Leaching hinweisen. Gleichzeitig Sensorposition und Messmethode prüfen.
Nicht sofort die ganze Zone anders programmieren. Erst Tropfer, Wurzeldichte, Sensorposition und Pflanzenunterschied prüfen.
Nicht jeden Tag auf Einzelwerte reagieren. Eine Strategie braucht mehrere konsistente Tage, bevor ihre Wirkung bewertet wird.
Kontrollierter Stress ist ein Werkzeug.
Extremer Stress ist kein Qualitätsrezept.
Crop Steering entstand stark aus der kommerziellen Praxis. Inzwischen gibt es aber zunehmend Cannabis-Forschung zu Bewässerungsphasen, Wasserdefizit und Root-Zone-Management. Die Daten sprechen für kontrollierte Steuerung – und gegen pauschale „je trockener, desto besser“-Regeln.
Athena beschreibt P1 als Ramp-up zur Sättigung/Drain, P2 als Maintenance während der Lichtphase und P3 als Overnight-Dryback. Die Strategie verbindet Wassergehalt und Substrat-EC.
Nutzen: klare Sprache für Tagessteuerung.Eine aktuelle Studie setzte Ramp-up, Maintenance und Dryback gezielt nach Entwicklungsphase ein und steuerte gleichzeitig VWC und Substrat-EC.
Nutzen: P0–P3-Logik ist inzwischen auch in wissenschaftlichen Versuchsdesigns angekommen.Moderater Wasserstress reduzierte den Ertrag in der untersuchten Faser-/Blütenhanfstudie nicht signifikant; schwerer Stress verringerte dagegen Ertrag sowie CBD- und THC-Gehalte deutlich.
Lehre: generativ steuern ≠ Pflanze austrocknen.Aktuelle Forschung zeigt, dass Dürre Biomasse und Sekundärmetabolismus je nach Stärke, Timing und Genotyp unterschiedlich beeinflusst. Gesamtwirkstoffertrag kann trotz höherer Konzentration sinken.
Lehre: Ziel ist kontrollierter Root-Zone-Stress, nicht maximaler Stress.Bewässerungsfrequenz, Dryback und Leaching verändern Wasserverfügbarkeit und Salzkonzentration in der Wurzelzone. Dadurch verändern sich osmotische Bedingungen und Pflanzenwasserstatus. Ob eine konkrete Kombination „vegetatives“ oder „generatives“ Wachstum in einer bestimmten Genetik auslöst, muss im jeweiligen Produktionssystem validiert werden.
So würden wir ein Plagron-Coco-System einfahren.
Hydraulik zuerst
Tank, Pumpe, Filter, Druckregler, Hauptleitungen und Tropfer testen. Alle Tropfer messen. Erst wenn die Abweichung klein und reproduzierbar ist, Crop Steering programmieren.
Substrat standardisieren
Gleiche Topfgröße, gleiche Füllmenge, gleiche Verdichtung und gleicher Tropferabstand. Unterschiede im Medium werden sonst später als „Steering-Effekt“ fehlinterpretiert.
Peak-VWC ermitteln
Referenztöpfe vollständig bewässern, Drainphase abwarten und den wiederholbaren Peak dokumentieren. Sensorposition über alle Referenztöpfe identisch halten.
P1 konservativ einstellen
Mit kleinen 2–4-%-Shots beginnen. Zwischen den Shots genug Zeit geben, damit Wasser verteilt und der Sensor reagiert. Anzahl bis zum ersten Drain protokollieren.
P2 aus Verbrauch ableiten
Nicht „jede Stunde“ als Dogma. Beobachten, wie schnell VWC unter Licht fällt. P2 so setzen, dass das gewünschte Tagesfenster gehalten wird.
P3 langsam steigern
Erst mehrere stabile Tage im milden Bereich fahren. Danach Last Irrigation früher setzen oder P2 reduzieren, wenn bewusst generativer gesteuert werden soll.
EC-Trend koppeln
Input-EC, Drain-EC und möglichst Substrat-EC gemeinsam betrachten. Ein einzelner Drainwert ist kein vollständiges Bild der Wurzelzone.
Nur einen Hebel gleichzeitig ändern
P0, Shotgröße, P2-Intervall, letzter Shot und Input-EC nicht gleichzeitig ändern. Sonst ist nicht mehr erkennbar, welcher Hebel die Reaktion verursacht hat.
Häufige Fragen zu Crop Steering mit Plagron.
Ist dieses P0–P3-Schema ein offizielles Plagron-Crop-Steering-Schema?
Nein. Plagron veröffentlicht ein COCO-Zuchtschema für Nährstoffdosierung und Input-EC. Die P0–P3-Struktur stammt aus Precision-Irrigation-Konzepten wie Athena. CannaCrew verbindet hier beide Ebenen: Plagron für Nährstoffe, P0–P3 für Bewässerungsmanagement.
Welches Plagron-Substrat eignet sich am besten?
Für eine gut messbare High-Frequency-Fertigation ist Cocos Perlite 70/30 besonders interessant, weil Perlit Drainage und Sauerstoffanteil erhöht. Reines Cocos Premium ist fehlerverzeihender und hält Wasser länger. Hydro Cocos 60/40 reagiert noch schneller und verlangt entsprechend engere Kontrolle.
Kann ich einfach die Athena-EC-Werte verwenden und Cocos A & B entsprechend hoch dosieren?
Nein. Athena-Substrat-EC-Ziele sind nicht dasselbe wie Plagron-Input-EC. Für die Nährlösung sollte das Plagron-Zuchtschema die Basis sein. Root-Zone-EC wird anschließend über Bewässerungsstrategie und Messung gesteuert.
Was ist wichtiger: Drain-EC oder Substrat-EC?
Substrat- beziehungsweise Pore-Water-EC beschreibt die unmittelbare Wurzelzone besser. Drain-EC ist ein wertvoller Trend- und Plausibilitätswert, kann aber je nach Drainpfad und Zeitpunkt vom Zustand im gesamten Topf abweichen.
Muss bei jeder Bewässerung Cocos A & B im Wasser sein?
Plagron empfiehlt bei Coco, Cocos A & B bei jeder Bewässerung zu verwenden. Das Medium soll feucht bleiben und regelmäßig mit einer ausgewogenen Nährlösung versorgt werden.
Power Roots oder Hydro Roots beim automatischen Crop Steering?
Hydro Roots. Plagron erklärt ausdrücklich, dass Hydro Roots rein mineralisch und für systematische beziehungsweise zirkulierende Bewässerung entwickelt wurde. Power Roots enthält organische Bestandteile und ist eher für Handbewässerung gedacht.
Kann ich Sugar Royal oder Pure Zym in meinen Vorratstank geben?
Technisch kann beides auf Coco genutzt werden, aber beide Produkte sind organischen Ursprungs. Plagron empfiehlt bei Bewässerungssystemen das Spülen der Leitungen. Für lange Tankstandzeiten und feine automatische Systeme würden wir sie deshalb nicht in die Clean-Line integrieren.
Wie viel Dryback ist richtig?
Es gibt keinen universellen Wert. Substrat, Topfvolumen, Sensordefinition, Pflanzenmasse, VPD und Genetik verändern die optimale Größenordnung. Deshalb immer klar definieren, ob relative Prozent oder absolute VWC-Prozentpunkte gemeint sind und konservativ starten.
Soll ich in der frühen Blüte möglichst starken Trockenstress erzeugen?
Nein. Generatives Steering arbeitet mit kontrolliert größerem Dryback und häufig höherem Root-Zone-EC, aber nicht mit Welken. Wissenschaftliche Arbeiten zeigen, dass schwerer Dürrestress Photosynthese, Biomasse und teilweise Cannabinoidertrag deutlich reduzieren kann.
Was ändert sich in der Bulk-Phase?
Wenn der Stretch beendet ist, wird häufig wieder vegetativer bewässert: mehr P2-Ereignisse, kleinerer Dryback und ausreichend Leaching, um überhöhten Root-Zone-EC abzubauen. Gleichzeitig bleibt die Plagron-Nährlösung nach dem jeweiligen Wochenplan bestehen.
Wie oft soll P2 laufen?
Nicht nach einer universellen Uhrzeit. Athena nennt als allgemeinen Referenzbereich grob 45 Minuten bis 2 Stunden zwischen P2-Ereignissen. Für ein konkretes Plagron-Coco-System sollte der reale VWC-Abfall die Frequenz bestimmen.
Brauche ich zwingend VWC-Sensoren?
Für echtes präzises Crop Steering sind sie sehr empfehlenswert. Ohne Sensoren kann mit Topfgewicht, Drainmenge, Verbrauch und EC-Trends gearbeitet werden, aber Dryback und Peak-Wassergehalt sind deutlich schwerer reproduzierbar.
Die Nährlösung füttert.
Die Bewässerung steuert.
Plagron 100% COCO liefert eine stabile mineralische Nährstoffbasis. Crop Steering ergänzt die zeitliche Ebene: P0 bestimmt den Tagesstart, P1 baut den Wassergehalt auf, P2 kontrolliert die Wurzelzone während der Lichtphase und P3 definiert den Dryback. Erst zusammen werden Nährstoffrezept, Substrat, Sensorik und Bewässerung zu einem steuerbaren System.
Plagron COCO ansehenBewässerungssteuerungBewässerung & Sensorik